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Turnen

Neben der Leichtathletik widmeten sich die Mitglieder nach der Vereinsgründung zunehmend der Turnerei. Aus Mangel an Geräten begann man mit Bodenturnen und einfachen Übungen, die wir heute als Gymnastische Übungen bezeichnen würden. Sehr beliebt und in diese Zeit passend waren die ballettartigen, rhythmischen Gemeinschaftsübungen ganzer Turnerriegen.

Die Übungsstunden wurden im Hof der Firma Heinzelmann abgehalten, bei Regen im Keller der Firma. So stieg die Mitgliederzahl von anfangs 15 auf bereits 40 im Jahre 1921. So konnte der Verein 1921 erstmals öffentlich auftreten. Die Sportler zeigten ihr Können beim Gründungsfest des benachbarten Sportvereins in Kiebingen. Dank intensiven Trainingsfleißes besuchte man nun größere Veranstaltungen. In dieser Zeit konnte man schließlich die erforderlichen Geräte anschaffen. Barren und Reck fürs Turnen; Kugeln und eine Weitsprunganlage für die Leichtathletik.

Bereits 1923 wurde das Gauturnfest in Derendingen und 1924 dieselbe Veranstaltung in Metzingen besucht.Hier wurden bereits die ersten Erfolge verbucht. Durch diese Erfolge gestärkt und ermutigt wurde das Gründungsfest 1924 festgelegt. Diese Feier fand unter großer Anteilnahme der ganzen Gemeinde statt. Namhafte Turnvereine aus der Umgebung gestalteten dieses Fest mit. Vereine vom ganzen Turngau, auch TV
Rottenburg und Kiebingen, waren dabei. Es wurde gezeigt und aufgeführt was in vielen Übungsstunden gelernt wurde.

In den folgenden Jahren eilten die Aktiven des TV von Erfolg zu Erfolg. Am 4. April 1925 gewannen die Leichtathleten mit dem Stadtlauf in Rottenburg den „Heberele-Pokal". Dieser Lauf war seinerzeit ein besonderes sportliches Ereignis.

Am Sonntag, dem 3. April 1927 wurden auf dem Degerlocher Sportplatz die „Waldlaufmeisterschaften des XI. Kreises" ausgetragen, verbunden mit den Waldläufen der I. Gausportgruppe. Ausgetragen wurde ein
7,5 km Mannschaftslauf zu je 4 Teilnehmern. Der TV Dettingen wurde mit Gottfried Sauter, Constantin Schaupp, Stefan Beck und Emil Wiest Dritter mit 35 Punkten.

1926 und 1927 kamen die ersten Gedanken zum Bau eines Geräteschuppens auf. Ab 1928 wurde er dann endlich in Angriff genommen und bis Juni 1928 fertiggestellt. Dann wurde noch der Turnplatz abgegraben und etwas hergerichtet. Er war doch zu uneben gewesen.

Den wohl wertvollsten und höchsten Sieg in seiner bisherigen Geschichte erlebte der Turnverein Dettingen beim deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart. Wagte doch dieser kleine Landverein einen Vergleich mit Vereinen und Mannschaften aus dem ganzen Deutschen Reich. Dabei erreichte der TV den 1. Preis. Unter tosendem Beifall der Zuschauer mussten die Teilnehmer die Übungen wiederholen.

1933 trat das Ermächtigungsgesetz der Hitlerregierung in Kraft. Nach Parteien und Kirchen litten auch die Turnvereine unter dessen Folgen. Die Turnübungen werden militarisiert. Der Turnbetrieb geht zurück.
Gelände- und Soldatenspiele nehmen zu.

Nach dem zweiten Weltkrieg drängte sich der Fußball immer mehr in den Fokus des Vereinsgeschehens. Dennoch versuchten einige Mitglieder diese alten Traditionen - Turnen und Leichtathletik - hochzuhalten und weiterzuführen. So besuchten Mitglieder unseres Verein bereits 1950 das Sportfest in Boldeshausen und errangen sogar 1. und 6. Plätze.

Mit dem Bau des Sportheims und der Turnhalle kam wieder mehr Bewegung in den Turnbereich. Frauenturnen mit Gerda Schnell machte den Anfang. Danach folgten weitere Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mit Hilfe zahlreicher Übungsleiter bot der TSV viele Turnstunden an. Die Erfolge konnten nun in zahlreichen Vorführungen gezeigt werden. Sporttage und Vereinsmeisterschaften auf dem Sportplatz gehörten nun zum jährlichen Programm der Turnabteilung.

Im Kinderbereich war Turnen und Leichtathletik seit längerem angesagt. Nun begannen aber auch Frauen ohne Wettkampfambitionen sich mit Gymnastik gelenkig zu halten. Gerda Schnell übernahm die erste Frauengymnastikgruppe. Geturnt wurde anfangs im neu erbauten Sportheim. Richtig aufwärts ging es dann ab Juli 1969. Dettingen bekam eine neue Turnhalle und somit der TSV mit seinen Abteilungen eine sehr gut eingerichtete Übungsstätte. Nach und nach vergrößerte sich das Angebot für alle Altersgruppen. Neue Wege wurden gegangen. Kinderturnen, Turnen für Ehepaare und Jedermannsturnen (Senioren) wurden neu eingeführt.

Die Teilnahme bei den Kindergruppen nahm dermaßen zu, dass eine Aufteilung unumgänglich war. So stieg die Zahl der angebotenen Übungsstunden auf sechs Einheiten nur für Kinder. Nun begann eine erfolgreiche Zeit in der Turn- und Leichtathletikabteilung. Endlich am 8. Juli 1975 nahm der TSV Dettingen wieder an einem Gaukinderturnfest teil. Nach 35 Jahren. In Boldeshausen. Die Mädchen der Mittelstufe belegten mit der Mannschaft den 2. Platz, den 4. Platz erreichte die Unterstufe. Auch ein Jahr später 1976 in Mössingen erreichten die Mannschaften des TSV einen 1. und 5. Mannschaftsplatz.

Zwei Jahre später nahmen dann zum ersten Mal Jungen–Mannschaften in Kleinengstingen am Gaukinderturnfest teil. Sie erreichten auf Anhieb einen sehr guten 4. Platz. Auch die Mädchen waren erfolgreich.

Bis 1994 nahm der TSV Dettingen an jedem Gaukinderturnfest teil. Jedesmal wurden hervorragende Plätze belegt. 1979 in Kiebingen belegten manden dritten Platz bei 65 teilnehmenden Mannschaften.

Ebenso lang ist die Siegerliste im darauffolgenden Jahr in Kiebingen. Neben den Gaukinderfesten wurden auch weitere Veranstaltungen besucht: Kreiswaldlaufmeisterschaften, Juxwettkämpfe, Bahneröffnungsveransaltungen, Bezirkswaldlaufwettkämpfe, Gerätevergleichskämpfe. Und überall wurden 1. Plätze belegt.

Unsere heutigen Angebote umfassen alle Gebiete des Gesundheitssports. Bereits die Kleinsten im Krabbelalter werden von betreut. Kinder und Jugendliche finden täglich in der Turnhalle Möglichkeiten, sich zu
bewegen. Auch spezielles Geräteturnen steht auf dem Programm. Für unsere Erwachsenen gibt es zur Zeit Gymnastik, Kondition und Muskeltraining.